| Herbstmeister! |
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Mit dem Ziel, die Klasse zu halten, ging man in die Saison. „Dieses Ziel ist ernsthaft in Gefahr“ sagt Sebastian Fengler als Mannschaftskapitän der 1.Herren des MTV Tostedt mit einem Lächeln im Gesicht. Sollte man nämlich die Tischtennis-Verbandsliga in dieser Saison verlassen, dann nur nach oben – in die Oberliga! Mit 16:2 Punkten und einem überragenden Spielverhältnis von +42 stehen die, erst durch das Hintertürchen Relegation in die Verbandsliga gerückten, Herren aus der Nordheide auf einem hervorragenden und so nicht erwarteten ersten Tabellenplatz. Trotz der beiden Verstärkungen aus Zeven sollte das Ziel vor der Saison Klassenerhalt heißen, da nicht nur Tostedt aufrüstete, sondern nahezu die ganze Liga verstärkte sich. Mit einem starken Absteiger, drei starken Aufsteigern und den bewährten Verbandsligakräften waren sich Experten einig, dass diese Verbandsliga zu den stärksten der vergangenen Jahre gehören würde. Umso erstaunlicher, dass die Herbstmeisterschaft in die Nordheide ging. Verlauf der Hinserie: Im ersten Spiel hatte man die alten Bekannten aus Westercelle zu Gast und als die Gäste mit Zuschauern, Motivation und Trainer in Tostedt einliefen, wusste man gleich, dass diese Liga eine Nummer größer ist als die Landesliga in der vergangenen Saison. Man nahm den Kampf an, gewann mit 9:4 und fuhr ohne großen Druck nach Ritterhude. Ein 9:6 für die Töster war das Ergebnis, welches sich der Gastgeber vollkommen anders vorgestellt hatte. Im Endeffekt entschied schon dieses Spiel über die Herbstmeisterschaft, da Ritterhude mit 14:4 Punkten den zweiten Platz einnimmt. Auch in der Rückrunde ist dieses Aufeinandertreffen sehr früh. Am Freitag dem 15.01. um 20.15Uhr spielt man in der heimischen Poststraße das Spitzenspiel, ohne vorher auf einen anderen Gegner getroffen zu sein. Nach einem Monat Pause spielte man dann das dritte Spiel der Saison gegen Langförden, die nacheinander mit Celle und Hude zwei Topfavoriten schlugen. In Tostedt gab es für den Favoritenschreck aber nichts zu holen und mit einem souveränen 9:1 wurde ein Platz im oberen Tabellendrittel gefestigt. Das Spitzenspiel in Hude hielt dann alles, was es versprach. Spannung und hochklassiges Tischtennis waren an der Tagesordnung. Ein Leistungsgerechtes 8:8 hielt den TV Hude weiterhin im Meisterschaftsrennen. Das Wochenende im Teutoburger Wald fing dann mit einem klaren 9:1-Sieg in Hagen gegen Niedermark an, und endete nicht ganz so glücklich mit einem 8:8 gegen den Abstiegskandidaten Dissen, die jedoch bis zum Umfallen kämpften und sich den Punkt redlich verdient hatten. Den größten Respekt hatte man vor der Saison vor dem TuS Celle II, da sich die Herzogstädter mit hochkarätigen Neuzugängen verstärkten. Verletzungen und Krankheiten warfen die ehemals ambitionierte Mannschaft allerdings zurück und auch in Tostedt konnte beim 4:9 kein Blumenpott gewonnen werden. Die letzten beiden Spielen führten den MTV in den Westen der Republik. In Oldenburg gewann man nach starker Leistung mit 9:3 und auch die Ostfriesen vom SV Blau-Weiß Borssum fanden beim Töster 9:2 Sieg keine Mittel gegen den im Endeffekt souveränen Herbstmeister. Mit sechs Heimspielen in der Rückrunde scheint das Programm ein Leichteres zu werden, da man aber drei der sechs Heimspiele in der Turnhalle in Otter bestreitet, die den Akteuren noch eine Unbekannte ist, weiß man noch nicht ob der Heimvorteil auch als solcher zu betiteln ist. Einzelkritiken: Nicht ganz unschuldig am Erfolg ist der neue Spitzenspieler Thomas Krüger, der eine überragende Bilanz von 16:2 im oberen Paarkreuz spielte und damit der bester Spieler der kompletten Liga ist. „Uns war klar, dass er oben gut spielt. Aber so gut? Vor allem die engen Matches konnte er für sich entscheiden.“ Gibt Fengler zum Besten. Und in der Tat: Krüger wehrte in mehreren Spielen diverse Matchbälle ab, lag aussichtslos zurück, so dass kaum jemand noch einen Pfifferling auf ihn setzte, und bog diese Spiele allesamt um. Auch menschlich und als Busfahrer passt Thomas prima in die Mannschaft und er kann durch seinen unermüdlichen Willen und sein Engagement einige Trainingsmuffel mitziehen und begeistern. Eine ebenfalls sehr starke Hinserie legte Ralf Schweneker aufs Parkett. Teilweise kamen Zuschauer, Mannschaftskameraden und Gegner aus dem Staunen nicht mehr raus, wenn „Schwenk“ mal wieder einen Lauf hatte und die unmöglichsten Bälle traf. Gerade sein Spiel gegen Wagner in Ritterhude bleibt in Erinnerung. Der Abwehrspieler Wagner ist einer der besten Leute in der Liga, spielte eine Bilanz von 14:4, und war gegen Schweneker nur am Bälle sammeln. Ein Feuerwerk der unabwehrbaren Topspins prasselte auf ihn ein. „Aufschlag und dann Pfund! Klappt!“ gab Schweneker profund seine Taktik preis. Mit einer 11:5 Bilanz übertraf der Urtöster die Erwartungen und spielte eine glänzende Hinrunde. An Position drei war es Jens Möller-Lentvogt durch sein „unorthodoxes Spiel“ (Zitat Homepage Westercelle) möglich, seine Gegner zu ärgern. Mit einer Bilanz von 8:5 erbrachte Jens eine solide Leistung, die auf die Rückrunde hoffen lässt. Nur schade, dass bei den beiden Punktverlusten in Hude und in Dissen (jeweils 8:8) Jens kein Einzel gewinnen konnte und sogar Söcker den Vorzug lassen musste, nachdem sechs Matchbälle in Folge auf Töster Seite vergeben wurden (10:4-Führung im fünften Satz)! Für realistische Statements ohne umschweifende Schönrednereien und die Belustigung der Mannschaft und oft auch des Publikums bleibt Jens als heimlicher Kapitän unersetzbar. Klaus Igel erzählte vor der Saison, er wolle nicht jedes Spiel bestreiten. Weit gefehlt! Jedes Spiel fand mit Klaus statt und er wurde mal eben der beste Spieler der ganzen Liga im mittleren Paarkreuz. Mit einer Niederlage gegen Westercelle startete der Noppenspieler in die Saison, ehe er dann eine imponierende Bilanz von 12:1 am Stück hinlegte. Gerade in den wichtigen Spielen war auf Igel Verlass, so gewann er beide Spiele in Ritterhude, Hude und Dissen. Eine Leistung die nur durch fast regelmäßiges Training möglich ist. Hannes Hoffmeyer, der zweite Neuzugang vom TuS Zeven, spielte nach einer bärenstarken Rückrunde in der letzten Saison eine gute Hinrunde und konnte mit wichtigen Siegen in Hude und Dissen Niederlagen verhindern. Durch eine längere Krankheit konnte Hannes an zwei Punktspielen nicht teilnehmen, hat sich aber auch in seinen sieben Einsätzen hervorragend in das Mannschaftsgefüge eingegliedert und schon jetzt ein fester Bestandteil der erfolgreichen Truppe. Nicht vergleichbar ist Bilanzwert von Marco Thies. Krankheit und Sich-Nicht-Wohlfühlen waren der Grund für nur vier Einsätze, bei denen er allerdings vollends überzeugte und mit einer 4:1-Bilanz zeigte, dass er einer der besten Spieler im unteren Paarkreuz ist. In der Rückrunde wird auf die volle Einsatzfähigkeit von Marco gehofft. Ebenfalls mit 4:1 fing Mannschaftskapitän, Organisator, Busfahrer und Mädchen für Alles, Sebastian Fengler, die Saison an, ehe dann das Unheil begann. Im zweiten Einzel in Hude wurden in den beiden letzten Sätzen hohe Führungen verspielt und das Spiel verloren. So ging es dann bis zum Ende der Halbserie weiter und es stand eine Zwischenbilanz von 0:7 zu Buche. Viele Matchbälle nicht verwertet, der Favoritenposition nicht gerecht geworden, unglücklich verloren… alles trifft auf diese sieben Einzel zu. Mit allerdings zwei eminent wichtigen Einzelsiegen in Ritterhude erzielte Fengler einen großen Anteil am Sieg, der im Endeffekt noch viel wichtiger ist, als man kurz nach dem Spiel dachte. Das angekündigte Trainingslager zwischen Weihnachten und Neujahr bringt hoffentlich die Wende. Ungeahnte Schwächen zeigten Igel/Möller-Lentvogt, das einstige Erfolgsdoppel, in ihren Eingangsdoppeln. Mit 3:6 erzielte das in der letzten Saison noch zu den besten Doppeln der Landesliga zählende Duo eine ausbaufähige Bilanz. Überraschend gut dahingegen ist die Doppelbilanz von Schweneker/Fengler. Mit 7:1 Doppeln legten sie so manchen Grundstein für einen Sieg. Hoffmeyer/Krüger spielten wie erwartet. Gut also. Mit einer 6:3-Bilanz verloren sie nur ein Eingangsdoppel, mussten sich aber zweimal im Entscheidungsdoppel geschlagen geben. Das neu formierte Duo Thies/Krüger überzeugte vollkommen und bietet eine neue Doppelvariante. |

