Das Spiel der verpassten Chancen! Drucken E-Mail
Im letzten Bundesligaspiel diesen Jahres gab es für die 1.Damen vom MTV Tostedt eine 1:3-Niederlage gegen die starken Gäste aus Essen. Die DJK TuS Essen-Holsterhausen trat mit Schall, Barthel und Umemura in absoluter Bestbesetzung an, aber auch die Gastgeber konnten mit Han Ying, Irene Ivancan und Nadine Bollmeier auf ihre Stammformation bauen.
Im ersten Spiel des Tages schaffte es Han Ying, den MTV in Führung zu bringen. In ihrem Spiel gegen die Deutsche Nationalspielern Zhenqi Barthel, musste Tostedts Spitzenspielerin nur den dritten Satz mit 11:6 abgeben, bot ansonsten aber eine konzentrierte Vorstellung und zog Barthel durch konsequent gespielte Bälle den Zahn. Der 3:1-Sieg war nie gefährdet und nun war es an den Mannschaftskolleginnen, diese Führung zu nutzen. Eine sehr schwierige Aufgabe hatte dann Nadine Bollmeier, die der Japanerin Umemura gegenüberstand. Umemura gilt als eine der besten Spielerinnen der Liga und ging als klare Favoritin in die Partie.  Nadine allerdings erwischte einen Start nach Maß und konnte die ersten beiden Sätze gewinnen. Erfrischend wie sie hier aufspielte und kaum leichte Fehler machte, die allerdings zur Verwunderung der Zuschauer auf der anderen Tischseite gemacht wurden. Ab dem dritten Durchgang stand dann aber eine ganz andere Umemura an der Platte. Hochkonzentriert und ohne ungezwungene Fehler schaffte es die Japanerin, den Satzausgleich herzustellen und auch den fünften Satz zu gewinnen. Eine klasse Leistung bot Nadine Bollmeier trotzdem, denn  auch zwei Satzgewinne sind gegen eine solche Gegnerin aller Ehren wert und auch durch eine gelbe Karte, die verteilt wurde, weil in der Satzpause zu lange gecoacht wurde, ließ Nadine sich nicht aus der Konzentration bringen..
Nach der Pause gab es beim Stand von 1:1 dann die Neuauflage des Finals um die Deutsche Einzelmeisterschaft 2009 zwischen Irene Ivancan und die wieder genesenen Elke Schall. Das längste und attraktivste Spiel des Tages zeigte den Zuschauern alles, was Tischtennis ausmacht. Spannung, hochklassige Bälle, Abwehrspiel, Emotionen,  eine gelbe Karte und fünf Sätze. Im ersten Satz konnte Irene ihre Möglichkeiten nicht nutzen, den Satz zu entscheiden und verlor unglücklich und denkbar knapp mit 12:14. In den nächsten beiden Sätzen zeigte sie aber Tischtennis vom Feinsten und konnte vor allem durch ihren Vorhand Topspin (egal ob Gegenspin oder Eröffnung) fleißig Punkte sammeln. 11:6 und 11:5 hieß es gegen eine schon entnervte Elke Schall, die mit vielen Sachen haderte. Ihre Routine und ihr Kampfgeist allerdings ließen die Deutsche Meisterin wieder in die Partie kommen. Schall riss sich zusammen und konnte im vierten Satz mithalten. Irene allerdings spielte weiterhin vor allem mit der Vorhand grandios auf und konnte sich bei 10:9 ihren ersten Matchball erarbeiten. Aber Schall ließ sich zu keinem leichten Fehler mehr hinreißen und vor allem auf das Abwehrspiel der Tösterin punkten. So kam es, dass Irene insgesamt drei Matchbälle liegen ließ und in den finalen Durchgang musste. Aber auch hier sah es anfangs gut aus, da sie mit 7:5 führte, ehe dann Schall auf 7:6 verkürzte. Grund genug offensichtlich für eine Auszeit von Heimcoach Kostromina. Diese Auszeit kam aber leider nur der Gastmannschaft zu Gute. Keinen Punkt mehr gab Elke Schall ab und konnte das vorentscheidende 2:1 für Holsterhausen herstellen.
Im Spiel der beiden Spitzenspielerinnen demonstrierte Umemura dann, weshalb sie mittlerweile eine Bilanz von 11:2 Siegen hat. Gegen die Abwehr von Han Ying wusste sie immer eine Antwort, spielte ihre Topspins des Öfteren auf den Körper von Ying und konnte durch glänzende Platzierungen der Bälle punkten. Im ersten Satz hielt die Tösterin noch mit, konnte aber beim 15:17 keinen zählbaren Erfolg verbuchen. Der zweite Satz ging dann deutlich an die Gäste, ehe ein kleines Strohfeuer den Satzgewinn des dritten Durchgangs für Tostedt bedeutete. Das kleine Feuer wurde dann aber von der überlegenden Japanerin sofort wieder gelöscht werden, indem sie keine Zweifel aufkommen ließ und mit 11:6 den letzten Satz des Tages für sich entschied. „Heute hat die glücklichere Mannschaft gewonnen“ verkündete Teamchef Friedel Laudon nach dem Spiel per Mikrophon. Bedenkt man, dass Nadine schon 2:0 nach Sätzen gegen Umemura führte und Irene drei Matchbälle gegen Schall vergab, kann man den Worten Laudons beipflichten. Leider kein versöhnlicher Abschluss im letzten Heimspiel in diesem Jahr. Aber gerade die Partie zwischen Ivancan und Schall rechtfertigte das Kommen und die über 100 Zuschauer bereuten ihre Anwesenheit nicht. Das fleißig mitklatschende Tostedt-Maskottchen EKKI gab zwar alles, konnte aber das nötige Quäntchen Glück für die Heimmannschaft auch nicht herbeizaubern.

 

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