| Das Zünglein an der Waage |
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In einem begeisternden Spiel drehte die 1.Damen vom MTV Tostedt ein 0:2 noch und gewann letztlich verdient mit 3:2 gegen den Meisterschaftskandidaten vom TV Busenbach. Die entzückten Zuschauer belohnten die bisher beste Leistung der Damen an heimischer Wirkungsstätte mit stehenden Ovationen und viel Applaus. Doch der Reihe nach: Die Taktik von Coach Kostromina, das Schlussdoppel stark zu machen ging vollends auf. So spielte Irene Ivancan auf Position Eins und musste im ersten Spiel des Tages gegen die langjährige Nationalspielerin Laura Robertson ran. In einer sehenswerten Partie wurden sehr wenig leichte Fehler gemacht und in dem sehr langen aber kurzweiligen Spiel wurde jeder Punkt erkämpft werden. Robertson erwischte den besseren Start und konnte den ersten Satz deutlich für sich entscheiden. Völlig indisponiert war die Busenbacherin dann aber im zweiten Satz, der mit 11:1 an Irene ging. Danach wurde es spannend, denn Robertson spielte clever gegen Abwehr und Ivancan brachte viele Bälle zurück, was lange und sehenswerte Ballwechsel nach sich zog. In offenen Ballwechseln beeindruckte die Gästespielerin durch Geduld und unglaubliche Reaktionsschnelle, die die grandiosen Blockbälle ermöglichte. Mit 2:3 verlor die Tösterin das längste Spiel des Tages und in Fachkreisen war man sich einig, dass das eigentlich schon die Vorentscheidung gewesen ist, da eine der besten Spielerinnen der Liga auf Busenbacher Seite noch zwei Einzel absolvieren konnte. Im folgenden Spiel gab es leider keine Überraschung. Die für die verletzte Nadine Bollmeier in das Team gerückte Svenja Obst war gegen Shan Xiao Na chancenlos und verlor erwartungsgemäß mit 0:3. Fast wäre ein Satzgewinn realisiert worden, da Svenja im zweiten Satz bis zur Hälfte führte; dann allerdings machte die Busenbacherin Ernst und gewann letztlich klar den Satz und das Spiel. Die an Position Drei aufgestellte Han Ying musste beim Stande von 0:2 gegen die frisch gebackene Deutsche Meisterin Kristin Silbereisen ran. Um ein 0:3 zu vermeiden musste diese Partie für die Töster Deerns kommen. Ying wurde ihrer leichten Favoritenrolle gerecht und gewann nach anfänglichen Schwierigkeiten Satz Eins, wonach der Widerstand Silbereisens gebrochen schien. Mit variablem Abwehrspiel konnte die Tösterin auch die folgenden Sätze für sich entscheiden, was in der Deutlichkeit nicht zuletzt den Schnittwechseln geschuldet war. Man war also wieder im Spiel, hatte aber im nächsten Spiel das Problem, dass Irene gegen Shan Xiao Na als krasse Außenseiterin an die Platte ging. Mit dieser Rolle allerdings kam die Tösterin aber offensichtlich prima zurecht und konnte den ersten Satz knapp für sich entscheiden. Hochklassig wie der erste Satz ging das gesamte Spiel weiter. Ivancan konnte immer wieder mit knallharten Vorhand-Topspins punkten, welche sorgfältig vorbereitet wurden. Kurios dann die Szene am Ende des zweiten Satzes. Beim Stande von 11:10 für die Tösterin, dachten nahezu alle in der Halle, Irene hätte den Satzball genutzt und den zweiten Durchgang für sich entschieden. Die Flugbahn des letzten Schlages der Busenbacherin allerdings verwunderte einige Zuschauer und Irene belehrte ehrlich und vorbildlich sportlich die Schiedsrichter und selbst die Gegnerin, dass der Ball noch die Tischkante berührt hat. Ärgerlich, denn der Satz ging dann mit 13:11 nach Busenbach. Davon aber unbeeindruckt rief die Tösterin eine ihrer besten Leistungen im Trikot des MTV ab und spielte sich nahezu in einen Rausch, machte kaum Fehler und konnte mit variantenreichem Spiel, welches von Nöten war, da ihre Kontrahentin begann gegen die langen Noppen viel besser zu spielen, den viel umjubelten Ausgleich herstellen, welcher nach diesem Spielverlauf nicht mehr erwartet wurde. Die leider nicht ganz so zahlreich anwesenden Zuschauer standen wie eine Eins hinter dem Team und hofften auf das abschließende Doppel, in dem sich Coach Kostromina an die Seite von Han Ying gesellte. Ein reines Abwehrdoppel stand dem Angriffsdoppel Silbereisen/Göbel gegenüber. In einem ausgeglichenem ersten Satz konnte Tanja Kostromina beim Stande von 10:9 einen Stop erlaufen und den Ball mit Rückhand so hart auf des Gegners Tischhälfte schießen, dass Göbel, die als Doppelspezialistin gilt, nur das Ballsammeln blieb. Mit dem Gewinn des ersten Satzes war der Widerstand der Gäste gebrochen. Die Körpersprache der Akteurinnen sprach nun Bände und Ying und Tanja spielten routiniert, variantenreich und souverän ihren Stiefel runter. Besonders die „leeren Bälle“ von Ying wurden nicht als solche von Göbel/Silbereisen erkannt, was Fehler nach sich zog. 11:4 und 11:7 gingen die Sätze Zwei und Drei an den MTV, welcher damit das 3:2 perfekt machte. Ein Sieg, der nach dem Spielverlauf nicht mehr für möglich gehalten wurde und die Zuschauer und vor allem Manager Friedel Laudon in Begeisterung versetzte. Letzterer hob die Leistung von Irene hervor und wollte ihr ob der fairen Geste im zweiten Satz gegen Shan am liebsten den Friedensnobelpreis verleihen. Ärgerlich ist diese Niederlage für die Gäste aus Busenbach, die im Kampf um die Deutsche Meisterschaft nun zwei Minuspunkte mehr haben als der FSV Kroppach. Tostedt scheint in dieser Saison als Zünglein an der Waage zur Deutschen Meistschaft zu fungieren. Im Hinspiel gewann man 3:2 in Busenbach und durch den heutigen Erfolg wurden die Hälfte der acht Minuspunkte der Busenbacherinnen von Tostedt verursacht. Ein Sieg für den MTV der den sportlichen Klassenverbleib zum Greifen nahe bringt. Am 04.04. geht es mit dem Heimspiel gegen Böblingen weiter! |


